“Zentral aus dem Bildungstief?” – 32. Landesdelegiertentag 2003 in Stade

Bei ihrem 32. Landesdelegiertentag hat die Schüler Union (SU) Niedersachsen am Wochenende 14./15. Juni einen neuen Landesvorstand gewählt. Neuer Chef der größten niedersächsischen Schülerorganisation wurde der 17-jährige Till Cordes aus Grünendeich (Landkreis Stade), der in Abwesenheit kandidierte, da er zeitgleich als niedersächsischer Landessieger am Bundesfinale des Rhetorik-Wettbewerbes “Jugend debattiert” in Berlin teilnahm. Zu seinen Stellvertretern wählten die rund 50 Delegierten aus ganz Niedersachsen Stefan Menk aus Buchholz in der Nordheide (Landkreis Harburg) und Jennifer Schuster aus Fuhrberg (Region Hannover). Als Landesschatzmeisterin wurde Kim-Karen Kusserow aus Buxtehude (Landkreis Stade) wiedergewählt und Pressesprecher wurde der Osnabrücker Jasper Fuhrmann. Beisitzer wurden Hasko Brahms (Leer), Sören Bunke (Celle), Melissa Maiwald (Aurich), Patrick Meurer (Buchholz in der Nordheide) und Christian Thönelt (Salzgitter). Der bisherige Landesvorsitzende Björn Borchers (Stadthagen) hatte nicht erneut kandidiert, da er seine Schulzeit beendet hat.

Hauptredner der Veranstaltung war der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, der seine politische Karriere selber in der Schüler Union begonnen hat und von 1978-80 ihr Bundessprecher war. Wulff lobte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihr Engagement und freute sich vor allem darüber, dass “die junge Generation total ranklotzt” und ihre Zukunft selber in die Hand nähme.

Inhaltlich beschäftigte sich die Veranstaltung, die im Stader “Stadeum” stattfand, vor allem mit dem Zentralabitur. Hatte sich die SU Niedersachsen in den letzten Jahren immer wieder gegen ein Zentralabitur ausgesprochen, so kippte sie jetzt diesen Beschluss und fordert nun auch zentrale Abiturprüfungen.

Schüler Union trifft sich zur Diskussion über Struktur der Schülervertretungen – Seminar “Schüler an die Macht” in Inzmühlen

Unter dem Motto “Schüler an die Macht” veranstaltete die Schüler Union Niedersachsen am 8. und 9. März ein Seminar in Inzmühlen (bei Buchholz in der Nordheide) und verabschiedete im am Rande tagenden Landesausschuss einen Leitantrag, der einen Entwurf zu einer Strukturreform der Schülervertretung in Niedersachsen beinhaltete. Auf dem Seminar referierte Oberstudienrat Erwin Henninger, SV-Beratungslehrer bei der Bezirksregierung Lüneburg über die strukturellen wie auch die inhaltlichen Probleme engagierter Schüler heute. “Es ist als Schüler eine schwere Aufgabe, sich zu organisieren, da sowohl in Schülerreihen als auch in Schulleitungen und Verwaltungsebenen Desinteresse und Abneigung weit verbreitet sind”, so Henninger, “Weiter ist aber Inaktivität vieler Schülervertreter auch dadurch bedingt, dass an Schulen keine Aufklärung hinsichtlich der Möglichkeiten eines Schülervertreters betrieben wird. Dass die Landesschülerräte in den letzten Jahren nur bedingt aktiv waren und Öffentlichkeitsarbeit häufig zu kurz kam, erschwert dieses allgemeine Problem.”

Zweiter Teil des Seminars in Inzmühlen war eine Podiumsdiskussion mit Maximilian Schmidt, dem Sprecher des Landesschülerrates Niedersachsen, Erwin Henninger und Till Cordes, als Vertreter der Schüler Union, um die Reformpläne aus der jeweiligen Perspektive zu durchleuchten. Die Reformpläne aus Sicht der Politik lieferte André Wiese als CDU-Landtagsabgeordneter in einem Referat am Sonntagmorgen. In der Podiumsdiskussion herrschte Konsens sowohl über die Notwendigkeit von Reformen als auch darüber, dass große Teile der Pläne der Schüler Union zu einer Verbesserung und Reaktivierung der Schülervertretungen führen können.

Schüler Union gratuliert Christian Wulff

Mit folgendem Brief hat heute die Schüler Union Niedersachsen dem CDU-Landesvorsitzenden und designierten Ministerpräsidenten Christian Wulff zu dem Wahlerfolg der CDU am 2. Februar 2003 gratuliert:

Sehr geehrter Herr Wulff,

zu dem großartigen Wahlerfolg der CDU in Niedersachsen gratulieren wir Ihnen ganz herzlich. Dieser Wahlsieg ist ein wichtiger Impuls für junge Menschen, sich wieder zu engagieren, wieder Hoffnung auf eine Zukunft in unserem schönen Bundesland zu haben.
Ganz besonders stolz sind wir natürlich, das mit Ihnen ein ehemaliger Landesvorsitzender und Bundessprecher der Schüler Union Niedersächsischer Ministerpräsident werden wird. Wir sind uns sicher, dass unter Ihrer Führung die Bildungspolitik in Niedersachsen wieder in geordnete Bahnen gelenkt wird und versprechen, dabei immer ein wohlwollend-kritischer Begleiter zu sein und weiterhin eine aktive Vertretung der Interessen der Schülerinnen und Schüler darzustellen.

Ebenso wollen wir dafür sorgen, dass auch der LSR wieder zu dem wird, was er einmal war. Hier ist eine Reform der Schülervertretungen dringend notwendig, bei der wir auf Ihre Unterstützung für unsere Ideen hoffen. Wir wollen daher mit Ihnen in nächster Zeit das Gespräch suchen, um mit Ihnen über unsere Vorstellungen sprechen zu können.

Wir möchten die Gelegenheit auch nutzen, Sie zu unserem 32. Landesdelegiertentag einzuladen, der dieses Jahr am 14./15. Juni in Stade stattfinden wird. Wir würden uns reuen, Sie dort als Hauptredner begrüßen zu können und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Björn Borchers
Landesvorsitzender

Torben Klose
Landesgeschäftsführer

“Stück aus dem Tollhaus”

“Wir sind entsetzt über die Dreistigkeit des Landesschülerrates”, so Björn Borchers, Landesvorsitzender der Schüler Union (SU) Niedersachsen. Der Vorsitzende des Landesschülerrates (LSR) Maximilian Schmidt hatte heute im Landtag eine gemeinsame Pressekonferenz mit den Jusos, der Grünen Jugend und der DGB-Jugend abgehalten, bei der eine “gemeinsame Resolution zur Bildungspolitik” vorgestellt wurde. Der Landesschülerrat ist eine parteiunabhängige, landesfinanzierte Institution, deren Aufgabe es nicht ist, wenige Tage vor einer Landtagswahl Wahlwerbung für Rot-Grün zu machen, sondern deren Aufgabe es ist, eine Vertretung der Interessen der niedersächsischen Schülerinnen und Schüler zu sein”, so der 20jährige Stadthagener. “Natürlich ist es jedem Mitglied des LSR unbenommen, eine Privatmeinung zu haben, und selbstverständlich ist auch ein Engagement bei den Jusos akzeptabel, aber eine Instrumentalisierung des LSR zu Wahlkampfzwecken darf nicht sein.”
Bereits vor einigen Wochen hatte LSR-Sprecher Maximilian Schmidt eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel abgehalten, in der er die Planungen Gabriels zur Einführung einer Vermögenssteuer unterstützt hatte. “Jetzt aber den LSR so zu missbrauchen und zudem die Einladung zur Pressekonferenz nur von der Juso-Vorsitzenden Dörthe Liebetruth unterschreiben zu lassen ist ein Stück aus dem Tollhaus und wir fordern alle LSR-Mitglieder auf, bei der nächsten Sitzung des Landesschülerrats-Plenum Konsequenzen einzufordern. Der LSR ist kein Arbeitskreis der niedersächsischen Jungsozialisten.”

“Mehr Unterrichtsversorgung für uns”

“Wir brauchen mehr Unterricht”, fordert der Landesvorsitzende der größten politischen Schülerorganisation, der Schüler Union (SU) Niedersachsen, Björn Borchers. Durch den dramatischen Unterrichtsausfall entstünden bei vielen Schülerinnen und Schülern dramatische Wissenslücken. “Diese Lücken verschlechtern jedoch unsere Chancen im Berufsleben, da wir auf dieses Wissen im späteren Leben angewiesen sind”, so der aus Stadthagen stammende 20-Jährige.
In Niedersachsen würden jedoch bis zu 17% des Unterrichts ausfallen. So würden den Schülerinnen und Schülern pro Woche 250000 Stunden vorenthalten. “Dieser Mangel an Unterricht kann nicht wieder aufgeholt werden und in der Folge haben Schülerinnen und Schüler aus anderen Bundesländern mit einer besseren Unterrichtsversorgung später bessere Chancen als wir. Wir niedersächsischen Schülerinnen und Schüler sind genauso schlau wie andere Schüler in Deutschland, wir können unsere Intelligenz aber nicht so gut nutzen!”

“Im Interesse von uns Schülerinnen und Schülern müssen unbedingt Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ergriffen werden”, fordert Borchers. Dies sei bei der jetzigen Landesregierung allerdings nicht zu erkennen. Die Reaktion der SPD auf die Lage an den Schulen sei mehr als enttäuschend. Borchers abschließend: “Um nicht den Anschluss zu verlieren brauchen die niedersächsischen Schüler mehr Lehrer und mehr Unterrichtsstunden.”