Lehrer müssen an den Gymnasien bleiben!

Zurzeit fordert die Landesschulbehörde Gymnasien auf, Lehrer an Grund-, Haupt-, Real- und Oberschulen abzugeben. Grund dafür sei eine sich abzeichnende „intensive Unterversorgung“ an mehreren Schulen der genannten Schulformen. Betroffen von der Aufforderung sind vor allem Gymnasien. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit“ hätten auch Gesamtschulen ein entsprechendes Schreiben erhalten, sicher ist dies aktuell nicht.

Die Schüler Union Niedersachsen kritisiert diese Aufforderung deutlich: „Zum einen handelt es sich um ein Eingeständnis, dass die Unterrichtsversorgung tatsächlich so schlecht ist, wie befürchtet. Zum anderen kann es nicht sein, dass dafür jetzt Gymnasien Lehrer abgeben sollen. Auch hier ist die Unterrichtsversorgung bereits deutlich gesunken!“, so Anna Grill, Landesvorsitzende der Schüler Union.

School child with teacher in classroom.

Zwar könnten die Schulen als Gegenleistung pro Versetzung eine neue Stelle zugewiesen bekommen. Es sei jedoch fraglich, wie schnell diese neuen Stellen dann besetzt werden könnten. Nur weil eine Stelle geplant sei, wäre noch nicht sichergestellt, dass sie auch besetzt werde. „Für die betroffenen Schulformen finden sich offensichtlich nicht genug Lehrer – aber für Gymnasien sollen nach einer Versetzung dann plötzlich wieder genug zur Verfügung stehen?“, hinterfragt Grill. Es handele sich ohne Zweifel einmal mehr um einen Angriff auf die Gymnasien. Die einzige Schulform, an der die Unterrichtsversorgung noch halbwegs intakt sei, würde erneut geschwächt.

Landespressesprecher Johannis Wilbertz ergänzt: „Das grenzt schon fast an Sozialismus! Die Unterrichtsversorgung an den Gymnasien ist schlecht, die an den anderen Schulen sehr schlecht. Da kann es nicht sein, dass die Gymnasien Lehrer abgeben, damit die Versorgung letztendlich überall “nur” schlecht ist!“

Die Kultusministerin spreche hingegen von einem „bewährten Verfahren“. Bewährt habe sich laut Schüler Union jedoch höchstens das Geschick von Heiligenstadt, die Qualität der niedersächsischen Schulen zu schwächen.