Ist das noch fair? – Gleiche Chancen in der Schule!

Schüler Union Niedersachsen startet Kampagne zur Chancengleichheit.

Die Schüler Union Niedersachsen (SU) hat am vergangenen Wochenende auf ihrem Landesausschuss ein Thesenpapier zum Thema „Chancengleichheit im Niedersächsischen Schulsystem“ verabschiedet. Im Vorfeld fand eine Diskussion mit Daniela Rump, der Landesvorsitzenden des Landesschülerrates Niedersachsen und Christian Löhr, als Vertreter des Philologenverbandes statt.

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Zentrale Forderungen des Thesenpapiers sind u.a. die Übernahme von Beförderungskosten auch in der Oberstufe, weniger Kosten für die Lehrmittelbeschaffung und eine einfacherer Übernahme von Kosten für Schulausflüge und extracurriculare Veranstaltungen.

„Nur, weil sie das Abitur anstreben, müssen Oberstufenschüler oft hohe Summen für Beförderungskosten und Lehrmittel ausgeben. Schüler aller Klassen haben die Kosten für Ausflüge und Ähnliches zu tragen. Dies belastet vor allem die Familien, deren Einkommen knapp oberhalb der Grenze für den Bezug von Sozialleistungen liegen. Der Zugang zu umfassender, schulischer Bildung und zum Schulabschluss Abitur darf jedoch nicht vom Portemonnaie der Eltern abhängig sein!“, begründet die Landesvorsitzende der Schüler Union, Anna Grill, die Forderungen.

Auch die landesweite Einrichtung offener Ganztagsschulen wird von der Schüler Union befürwortet. Das Konzept der offenen Ganztagsschule beinhalte die Möglichkeit, entsprechend dem jeweiligen Bedarf gefördert und gefordert zu werden. Gleichzeitig wären die Schüler jedoch frei, die Angebote der Ganztagsschule zu nutzen und könnten ihren Hobbys und Interessen nachgehen.

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Gemeinsam mit der Verabschiedung des Thesenpapieres startete die SU eine Kampagne zur Chancengleichheit. Mit den Fragestellungen „Gleiche Chancen?“ und „Ist das noch fair?“ will sie auf die Problematik aufmerksam machen und auf Entscheider in Politik und Verbänden einwirken. „Wir sind gemeinsam mit den Schülervertreterinnen und Schülervertretern Sprachrohr der niedersächsischen Schüler und setzen uns für ihre Interessen ein. Deshalb haben wir ungleichen Chancen den Kampf angesagt und wollen Abhilfe schaffen!“, so Grill.

Aktuelle Entwicklungen der Kampagne sowie weitere Informationen finden sich unter gleiche-chancen.com.

Zweifel bestätigt – Unterrichtsversorgung mangelhaft

Wie Kultusministerin Heiligenstadt am Mittwoch im Landtag einräumen musste, ist die Unterrichtsversorgung an niedersächsischen Schulen auf 99,5% gesunken. Dies ist ein Tiefstand, wie es ihn seit zehn Jahren nicht mehr gab. Zum Vergleich: Noch im letzten Jahr lag die Unterrichtsversorgung bei 102,9%. “Um eine konstante Unterrichtsversorgung zu gewährleisten, sind über 100% zwingend notwendig!”, so Johannis Wilbertz, Landespressesprecher der Schüler Union Niedersachsen. Nur so könnten kurz- oder mittelfristige Ausfälle ausgeglichen werden.

Stop-Schild
© Rainer Sturm, pixelio.de

Besonders die Gymnasien seien von Unterrichtsausfällen betroffen. Vor diesem Problem warnte die Landesvorsitzende der Schüler Union Niedersachsen, Anna Grill, bereits zu Beginn des Schuljahres: „Schon zum neuen Schuljahr war offensichtlich, dass die bildungspolitischen Fehltritte der rot-grünen Landesregierung zu Mängeln in der Unterrichtsversorgung führen können, wenn nicht entsprechend reagiert wird. Dies ist nicht geschehen, unsere Befürchtungen haben sich daher bestätigt.”

Dass Kultusministerin Heiligenstadt die Sorgen der Elternvertreter einfach abtut, sei fatal. Die Ministerin dürfe die Bedenken der Eltern und Probleme der Schulen nicht ein weiteres Mal ignorieren, sondern müsse einen konsequenten Plan zur Steigerung der Unterrichtsversorgung vorlegen. “Um die Qualität der niedersächsischen Schulen zu erhalten, darf Frau Heiligenstadt nicht erneut versagen!”, appelliert Grill abschließend an die Ministerin.