Flüchtlingen Bildung ermöglichen – Integration erreichen

Die Schüler Union (SU) Niedersachsen fordert die Landesregierung auf im Bildungssektor verstärkt Angebote zu errichten, um Flüchtlingen zu helfen und diesen verstärkt die Möglichkeit zur Integration zu bieten. Laut der SU sei „Bildung und das Erlernen der deutschen Sprache“ der Schlüssel zu gelungener Integration.

Wir leben alle zusammen in dieser Welt
“Deutschland, das sind wir selber.”

Der Landesvorsitzende der Schüler Union Niedersachsen, Benedict Lösser, fordert die Landesregierung auf, die Anstrengungen für die Teilhabe von Flüchtlingen an Bildung zu intensivieren und nah an den Realitäten zu gestalten.
„Laut der UN-Kinderrechtskonvention, die auch Deutschland unterschrieben hat, ist unser Land verpflichtet Asylsuchenden im Schüleralter den Zugang zu Bildung zu gewähren. Bei den steigenden Asylbewerberzahlen aus osteuropäischen Ländern ebenso wie aus Afrika ist es nötig, dass dieses Recht auf Bildung den in Deutschland und Niedersachsen eintreffenden Menschen auch zuteilwird. Die Schulpflicht sollte dabei möglichst schnell nach Stellung des Asylantrags gelten.“
In Niedersachsen erhalten minderjährige Asylsuchende derzeit nach mindestens sechs Wochen bis höchstens drei Monaten nach Stellung des Asylantrags die Schulpflicht.
Dabei müsse aber sichergestellt sein, dass die Flüchtlinge auch den Zugang zu entsprechenden Deutschkursen bekämen. „Der Grundbaustein der Integration ist die Sprache. Ohne die grundlegende Beherrschung des Deutschen wird eine Schulpflicht allein keinerlei konstruktiven Auswirkungen haben.“ Die Möglichkeiten der Einrichtung von Sprachlernklassen, wie sie in Niedersachsen bereits vorgesehen sind, seien hier ein gutes Mittel, um den Flüchtlingen die Sprache näher zu bringen. „Hierbei ist es von fundamentaler Wichtigkeit, dass diese Sprachlernklassen personell, wie auch finanziell angemessen ausgestattet werden und auch Angebote für Kinder im Vorschulalter geschaffen werden.“ Bei den hohen Asylbewerberzahlen und deren steigender Tendenz sei es notwendig, dass die Landesregierung endlich handle und zumindest Gelder in angemessenem Umfang bereitstelle, um auch sämtliche Asylsuchenden Kinder in den Allgemeinbildenden und Berufsbildenden Schulen sowie entsprechenden Sprachlernklassen unterzubringen. „Die bisher bewilligten 500.000€ für Sprachförderung in Schulen für ganz Niedersachsen sind absolut unzureichend um den Bedarf für qualitativ gute und flächendeckende Sprachförderung und Flüchtlingsbildung zu befriedigen“, erklärt Lösser.
Nach Willen der Schüler Union sollten auch Erwachsene Asylbewerber verstärkt die Möglichkeit bekommen zügig nach ihrer Ankunft in Deutschland bzw. in ihrem Aufenthaltsort Bildungsangebote, insbesondere Sprachförderkurse, zu erhalten. „Wir müssen in Niedersachsen und Deutschland so weit kommen, dass jeder ankommende Flüchtling schnellstmöglich verpflichtende Integrations- und Sprachförderkurse erhält und folgend entsprechend seinen bereits vorhandenen Fähigkeiten weitergebildet wird“, meint der SU Landesvorsitzende.
„Deutschland muss sich seiner Leitkultur bewusst sein und entsprechende Werte den Flüchtlingen vermitteln. Die Aufnahme derer, die durch Verfolgung und Krieg ihre Heimat verloren haben, muss selbstverständlich für unsere Gesellschaft sein. Allerdings muss der bloßen ‚Aufnahme‘ ein Integrationswille vonseiten des Asylsuchenden ebenso wie eine konsequente Integrationspolitik vonseiten des Staates, insbesondere über den Faktor Bildung, folgen“, schließt Lösser ab.