Schüler Union kritisiert Schulbuchverlage

Forderung nach unabhängiger Berichterstattung in Schulbüchern

Die Verlage Klett, Cornelsen und Westermann stellen ca. 90% des gesamten Umsatzes an Schulbüchern – ein Marktanteil, der eine große Verantwortung mit sich bringt. Schüler lernen mit Schulbüchern, sie wachsen mit ihnen auf, die Bücher prägen ganze Generationen. Umso kritischer sieht die Schüler Union Niedersachsen den Umgang der großen Verlage mit dem Nahost-Konflikt. “In vielen Berichten sind den Schulbüchern leider tendenziöse Darstellungen zu entnehmen, solche Umstände sind nicht zu entschuldigen und dürfen nicht toleriert werden”, so Jonas Soluk, Landesvorsitzender der Schüler Union Niedersachsen.
Geht man die Politik- und Geschichtsbücher durch, stechen viele Artikel ins Auge, welche nicht mit der einhelligen Meinung anerkannter Historiker übereinstimmen. So berichtet der Klett-Verlag im Lehrbuch “Nahost – Der Kampf um das Heilige Land”, dass die zweite Intifada die Reaktion auf “Israels Unnachgiebigkeit” sei und verschweigt dabei, dass die Intifada im Sommer 2000 trotz eines umfangreichen Friedensangebotes an Arafat gestartet wurde, welches er im Vorfeld ausschlug. Anstatt den irrationalen Hass auf Israel von Teilen der Palästinenser und einen weitverbreiteten Hang zum Terrorismus zu verurteilen, wird versucht eine empathische Stimmung für Terroristen aufzubauen.
Als Beispiel für viele Fälle ist auch das “Horizonte 12” von Westermann zu sehen. In diesem Unterrichtsheft werden als Friedenshindernisse die Verteilung der Wasser-Ressourcen, die Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge, die Zukunft der jüdischen Siedlungen in den “besetzten” Gebieten sowie der Status von Jerusalem genannt – die Charta der Hamas, welche unverblümt die Zerstörung Israels fordert, oder ein anhaltender Raketenbeschuss Israels durch Palästinenser findet keine Erwähnung.
Jonas Soluk abschließend: “Die zuständigen Ministerien müssen im Rahmen einer Durchsicht aller Schulbücher sicherstellen, dass in allen geschichtlichen und politischen Zusammenhängen ausgewogen und fair berichtet wird, Einzelmeinungen der Autoren dürfen dabei keine Berücksichtigung finden. Wir fordern alle bisherigen Lehrbücher, welche diesem Mindestanspruch nicht genügen, sofort einzuziehen und neu aufzulegen.”