Althusmann verteidigt Oberschule

Rund 60 Schüler diskutieren auf Landestag der Schüler Union über die neue Strukturreform

Hannover. Die Oberschule bestimmt die schulpolitische Debatte dieser Tage wie kein anderes Thema: Durch das Zusammenlegen von Haupt- und Realschulen will die niedersächsische Landesregierung ein zukunftsfähiges, langfristig zweigliedriges Schulsystem gefunden haben, um insbesondere auch eine Antwort auf den demographischen Wandel zu finden. Die Schüler Union Niedersachsen nutzte die Gelegenheit, um vor dem voraussichtlichen Beschluss der Gesetzesvorlage im März im Landtag am letzten Samstag die wichtigsten Beteiligten zu einer Diskussion im Rahmen ihres 40. Landesdelegiertentages zusammenzubringen.

Den Auftakt der konstruktiven Debatten stellte eine Podiumsdiskussion mit Eberhard Brandt, dem Landesvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Gitta Franke-Zöllmer, der Landevorsitzenden des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), und Björn Försterling MdL, dem schulpolitischen Sprecher der FDP Fraktion, dar. Unter dem Titel “Bringt uns die Oberschule den Schulfrieden” besprachen die Diskutanten die Zukunftsfähigkeit des Modells “Oberschule”. Dass die Oberschule durchaus ein festes Fundament für eine gemeinschaftliche Lösung der bildungspolitischen Herausforderungen sein kann, stellte Försterling heraus: “Wir als schwarz-gelbe Regierungskoalition haben unsere Hausaufgaben gemacht, das muss auch die Opposition einsehen.” Dem entgegnete Brandt, dass auch mit der Oberschule die grundsätzliche Problematik, nämlich dass Integrierte Gesamtschulen gegenüber anderen Schulformen benachteiligt würden, nicht angegangen wird. Die Landesvorsitzende des VBE unterstrich: “Die Oberschule kann zum Erfolgsmodell werden, wenn sie denn richtig ausgestaltet wird”, so Franke-Zöllmer.

Im Anschluss an diese Diskussion stand der niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Althusmann für eine längere offene Aussprache zur Oberschule zur Verfügung. Er wiederholte mehrmals, dass die Oberschule keine IGS sei, sondern vielmehr eine Weiterentwicklung der KGS und der schon vorhandenen Zusammenarbeit von Haupt- und Realschulen, verbunden mit integrativen Elementen. Er begründete die langfristige Ausrichtung der niedersächsischen Schulen in ein zweigliedriges System auch mit den Ergebnissen von schulpolitischen Forschungen, die belegen sollten, dass dies das Modell der Zukunft sei.

Der Landesvorsitzende der Schüler Union Niedersachsen, Jonas Soluk (19, Pattensen bei Hannover), dazu: “Wir konnten auf unserer sehr umfangreichen Veranstaltung sehr anschaulich die Positionen der verschiedenen Parteien analysieren. Auch die Ausführungen des Kultusministers und die Möglichkeit der Aussprache waren gerade für uns als Schüler Union notwendig. Kritikpunkte an der Oberschule bleiben bei uns allerdings die Befürchtungen, dass eine faktische Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen das sehr profilierte Realschulniveau an unseren Schulen schaden könnte. Ein Leistungsabfall der dortigen Schülerschaft dürfen wir uns nicht erlauben. Ein weiterer Aspekt der nach Ansicht der Schüler Union nicht ganz beantwortet wurde ist der, warum man den jetzigen Herausforderungen, insbesondere der verheerenden Demographie, nicht mit den jetzigen Schulformen begegnen könnte. Insbesondere eine intensivere Nutzung der Kooperativen Gesamtschulen könnte hier weiterhelfen – eine neue Schulform könnte nur einen weiteren Flickenteppich verursachen. Die von Eberhard Brandt ins Spiel genannte intensivere Nutzung der Integrierten Gesamtschulen bleibt für uns keine gute Ausgestaltung – diese Schulform stellt für die Schüler Union nicht das ideale Lernmodell dar. Neben allen strukturellen Diskussionen müssen wir jedoch die Lernqualität im Auge behalten: Ohne kleinere Klassen, Sozialpädagogen und eine modernere Ausstattung unserer Schulen wird keine Schulform zum Erfolgsmodell!”

Althusmann verteidigt Oberschule

Das könnte dir auch gefallen