Klares Ja zur Ganztagsschule – Ministerin Heister-Neumann stellt sich Fragen der Schüler-Union

40 SCHÜLER DISKUTIERTEN MIT DER CDU-POLITIKERIN. SIE SPRICHT VON NEUEN HERAUSFORDERUNGEN IN ALLEN BEREICHEN.

VON ASCAN DIEFFENBACH

OLDENBURG – Regelmäßig bekommt die Kultusministerin Post von Schülern. Einer fragt zum Beispiel, warum er Gedichte auswendig lernen muss. Ähnliche Fragen stellen auch Mitglieder der Schüler Union Niedersachsen: Beispielsweise wünscht sich einer von Elisabeth Heister-Neumann (CDU) mehr wirtschaftlich-politische und weniger künstlerische Inhalte.

Für die Ministerin gehört es aber dazu, dass Schüler in allen Themenbereichen ausgebildet werden. „Ungerechtigkeiten lassen sich da nie vermeiden“, sagte sie beim Treffen der niedersächsischen Schüler Union am Wochenende in Oldenburg. Deren Mitglieder suchten in einem zweitägigen Seminar nach konstruktiven Antworten auf die Frage „Was kann und muss Schule außer Wissensvermittlung leisten?“

Heister-Neumanns Ziel: flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen. „Heute sind häufig beide Ehepartner berufstätig und andere alleinerziehend“, sagt sie, „das wirft neue Aufgaben auf.“ Daneben habe sich eine „kulturelle Problematik“ entwickelt, die aus einem hohen Anteil von Schülern ohne Deutschkenntnisse hervorgehe.

„Schule hat einen stärkeren Erziehungsauftrag bekommen“, erklärte Heister-Neumann, „dafür benötigt sie gut ausgebildete Lehrer.“ Diese sollen durch eine praxisnähere Ausbildung mehr Sensibilität für unterschiedliche Probleme bekommen.

Des weiteren wünscht sich die Politikerin eine starke Einbeziehung von Familie und Sozialarbeit. Und dennoch: „Schule kann kein Reperaturbetrieb für gesellschaftliche Probleme sein“, sagt Heister-Neumann und verlangt gleichzeitig auch etwas von den Schülern: „Bildung ist ein Schatz, Schule muss deshalb auch Anstrengung bedeuten.“

Dass diese Einstellung bei den Anwesenden vorhanden ist, bescheinigten die Landtagsabgeordneten Wolfgang Wulf (SPD), Ralf Briese (Grüne), Karl-Ludwig von Danwitz (CDU) und Roland Riese (FDP). 40 Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahren aus dem gesamten Landesgebiet nahmen an dem Seminar teil. „Ziel ist der Austausch mit vielen engagierten Köpfen“, sagt Landesvorsitzender Marius Wüstefeld.

Die Politiker bestätigten einhellig, dass es etwas Besonderes sei, dass Schüler ihr wertvolles Wochenende für politisches Engagement nutzten.

Quelle: Nordwest-Zeitung (NWZ), Oldenburg
http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_artikel.php?id=2177964(07.12.2009)