SU: Bildungsdemonstranten wieder auf dem Holzweg

Gestern streikten in Niedersachsen zahlreiche Schülerinnen und Schüler für bessere Bildung.
Pressesprecher Lukas Lüpke nahm zu den Forderungen der Demonstranten Stellung: “Zu den gestern vorgehtragenden Zielen gehörten Punkte wie die Abschaffung des dreigliedrigen Regelschulsystems und den Rückzug der Wirtschaft aus der Schule. Mit diesen Forderungen sind die Bildungsstreikenden auf dem Holzweg und lassen sich für Ziele der politischen Linken instrumentalisieren. … Wer eine individuelle und gute Bildung in Niedersachsen bekommen möchte, darf das dreigliedrige Schulsystem nicht verteufeln und die Einheitsschule fordern. Die Ergebnisse der PISA-Studie haben verdeutlicht, dass die Integrierte Gesamtschule nicht zur Regelschule werden kann. Sie ist die Schulform, die trotz besserer Ausstattung laut PISA-Studie ein Jahr Lernrückstand gegenüber der Realschule hat. Wer diese Schulform als Einheitsschule fordert, verbaut sich seine und unsere Zukunft.
Forderungen wie die Beendigung des Einflusses der Wirtschaft auf die Schulen sind ein Schlag ins Gesicht derer, die Zukunftschancen aufbauen wollen. Die Verbindung von einem Hauptschulabschluss und dem parallel abgeschlossenen ersten Ausbildungsjahr, dem sogenannten Neustädter-Modell, gibt Hauptschülern bessere Jobchancen und Perspektive. Somit muss an der Verbindung Schule-Wirtschaft festgehalten werden; sie ist gut für viele Schülerinnen und Schüler in unserem Land.

Die Bildungsdebatte sollte anhand von Fakten diskutiert werden und nicht ideologisch, wie es Teile der Demonstrierende tun. Diese Gruppe von Ideologie vernagelten welche versuchen Schülerinnen und Schüler zu instrumentalisieren Schaden uns,“ so Lüpke abschließend.

Auch das G8-Abitur sieht die Schüler Union nicht als das Problem, für welches es gestern auf den Straßen gehalten wurde. Bei einem entrümpelten Lehrplan ist das Erreichen des Abiturs nach zwölf Jahren eine gute Sache. Der SU Landesvor-sitzende Marius Wüstefeld, ein klarer Befürworter der generellen Idee des G8 erklärt: “Was bei uns Furcht vor einem wachsenden Leistungsdruck verursacht, ist im Osten der Republik, in Thüringen und Sachsen, schon seit Jahrzehnten Alltag. Natürlich kann ich die Ängste meiner Mitschüler verstehen, denke aber auch, dass viele sich in etwas reinsteigern und sich von der parlamentarischen Opposition verrückt machen lassen.“
„Auch hier liegen die Chancen klar auf der Hand: Wer früher eine Ausbildung oder ein Studium beginnen kann, hat dadurch mehr Möglichkeiten, sich besser auszubilden, ohne Angst haben zu müssen, er werde zu alt für den Arbeitsmarkt.
Bei den Forderungen nach mehr Lehrern lassen die heutigen Bildungsdemonstranten und baldigen Steuerzahler den demographischen Faktor vollkommen außer Acht. In wenigen Jahren wird die Schülerzahl in Niedersachsen rapide abnehmen. Grund dafür ist unsere demographische Entwicklung.
Die Ausgaben in die Bildung wurden trotzt unbeirrter Haushaltskonsolidierung nicht gekürzt, sonder erhöht. Es gibt kaum ein Bundesland, welches einen vergleichbar hohen Anteil des Haushalts in die Bildung fließen lässt. So kann man sehen, dass das Ziel „Zukunftsland“ zu sein, nicht nur die Bürgerinnen und Bürger im Wahlkampf überzeugen sollte, sonder auch umgesetzt wird. In Niedersachsen wird in die Zukunft, in unsere Bildung investiert“, so Landeschef Wüstefeld.

Erfolgreicher 38. Landesdelegiertentag in Osnabrück

Marius Wüstefeld mit 96,3 Prozent als Landesvorsitzender bestätigt / Bekenntnis zum Zentralabitur nach 12 Jahren

Im Mittelpunkt des diesjährigen Landesdelegiertentages der Schüler Union (SU) Niedersachsen, der im Osnabrücker Kreishaus stattfand, standen die Wahlen zum Landesvorstand. Der Schaumburger Marius Wüstefeld, der die Leitung des Verbandes bereits bei einem Landesausschuss im Januar übernommen hatte, wurde hierbei mit 96,3 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt und führt Niedersachsens größte politische Schülerorganisation somit auch in Zukunft.

Zuvor hatte der 18-jährige Gymnasiast in seinem Bericht das vergangene Amtsjahr Revue passieren lassen und dabei ins besondere den Landesausschuss in Lingen hervorgehoben und die Aktivität vor Ort in den Kreisverbänden gelobt. Für das große Vertrauen und das vorher von ihm gewünschte „robuste Mandat“ bedankte sich der wiedergewählte Vorsitzende anschließend und versprach sich weiterhin mit ganzer Kraft für die Interessen der Schüler in Niedersachsen einzusetzen.

Unterstützt wird der Landesvorsitzende vom neugewählten stellvertretenden Landesvorsitzenden Pascal Bothe aus Goslar und wie bisher von Felix Diekmann-Lange aus Cuxhaven in selber Funktion. Als Landesschatzmeister und Pressesprecher setzen Jens Heeren (Leer) und Lukas Alexander Lüpke (Osnabrück) ihre Arbeit im Vorstand fort, während als Beisitzer nun Tobias Dankert (Lingen), Sebastian Fischer (Verden) und Lisa Marie Meier (Osnabrück) sowie Jens Passlick und Jonas Soluk (beide Hannover) das Vorstandsteam verstärken.

Zwischen den Wahlgängen wurde die SU Lingen als Kreisverband mit dem größten Mitgliederzuwachs im letzten Jahr ausgezeichnet und die anwesenden SUler aus Hannover konnten sich über den zweiten Platz freuen. Die anwesenden Kreisvorsitzenden bekamen zudem die Möglichkeit sich den anwesenden Mitgliedern vorzustellen.

Nach einer kurzen Nacht und ausgiebiger Feier im Herzen Osnabrücks beschäftigten sich die Delegierten am Sonntag in ihrem Leitantrag mit den künftigen Herausforderungen der niedersächsischen Bildungspolitik und legten dabei auch ein erneutes Bekenntnis zum Zentralabitur nach 8 Jahren Schulzeit an Gymnasien und Gesamtschulen ab. Weiterhin bekräftigt die niedersächsische SU, in dem von Felix Diekmann-Lange verfassten Papier, ihr Selbstverständnis „Politik von Schülern für Schüler“ zu machen und positionierte sich unverändert klar für den Erhalt eines gegliederten Schulwesens mit vierjähriger Grundschulzeit und Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien als zentralen Bestandteilen. Eine stärkere Zusammenarbeit von Grundschulen und Kindergärten, deren Besuch gebührenfrei ermöglicht werden muss, soll bereits die Grundlagen für eine erfolgreiche Schulzeit in einem durchlässigeren gegliederten Schulsystem legen und daneben fordert die SU eine stärkere Integration wirtschaftlicher Zusammenhänge in den Unterricht, höhere Praxisanteile durch vermehrte Schulpraktika und eine gemeinsame Verantwortung von Politik und Unternehmen zur Lösung bildungspolitischer Probleme.

In einem Grußwort lobte der Landesvorsitzende der Hamburger SU, Ramon Weilinger, die gute Zusammenarbeit der beiden Landesverbände und lud eine niedersächsische SU-Delegation in die Hansestadt ein. Der ehemalige SU-Chef Malte Kramer, der mittlerweile in Osnabrück studiert, führte als Tagungspräsident souverän durch die Tagung und wurde dabei von Philipp Heinrichs aus Lingen unterstützt, der – nach einem Jahr im Landesvorstand – als stellvertretender Landesvorsitzender verabschiedet wurde.

„Eine erfolgreiche Tagung liegt hinter uns und ich bin sicher, dass daraus nun ein aktives Vorstandsteam hervorgeht.“, resümierte Landesvorsitzender Marius Wüstefeld am Montag. „Wir wollen nun mit unseren Forderungen die bildungspolitische Diskussion zukünftig stärker beeinflussen und für die Schülervertretungen und SUler im Land wieder zum aktiven Dienstleister werden.“, betonte Wüstefeld abschließend.