Unterrichtsversorgung nicht hundertprozentig

Pünktlich zum neuen Schuljahr stellte Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann am vergangenen Dienstag die Daten und Fakten zur Unterrichtsversorgung in Niedersachsen vor. Die Unterrichtsversorgung sei dank sinkender Schülerzahlen und leicht gestiegener Anzahl der Lehrerstellen auch für das Schuljahr 2008/09 gesichert.

Die Problematik des Fachlehrermangels ist aber geblieben. So ist gerade in den wichtigen und zukunftsträchtigen naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathematik und Physik die Versorgung lückenhaft.
Diese Unterversorgung bekommen gerade die ländlichen und strukturschwachen Gegenden zu spüren.
Darüber hinaus mangle es sowohl bei den Fremdsprachen als auch den Gesellschaftswissenschaften an Pädagogen. So fehlen an den niedersächsischen Gymnasien Religions-, Latein- und Spanischlehrer, an den Realschulen Lehrer für das Fach Französisch.
Daher liegt die Unterrichtsversorgung nicht bei den präsentierten 100 Prozent, sondern bei ca.98%.
„Dies ist nicht hinnehmbar“, so Michael Weickert, Landesvorsitzender der Schüler Union Niedersachsen, „gerade in dem von der Wirtschaft verstärkt nachgefragten naturwissenschaftlichen Bereich muss eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung von der Regierung gewährleistet werden.“

Im Gegensatz zur Linken ist sich die Schüler Union allerdings bewusst, dass neue Lehrerstellen eine Mehrbelastung für den Haushalt bedeuten. „Es muß allerdings gewähreistet sein, dass der Kultusbereich Priorität im Landeshaushalt hat. Ministerin Heister-Neumann muß deutlicher hervorheben, dass momentan eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung nicht gegeben ist. Dass sollte auch so in der Öffentlichkeit vertreten werden, um die Glaubwürdigkeit aufrecht zu erhalten und die Schulleiter, die deutlich unter 100 Prozent Unterrichtsversorgung liegen, nicht bloßzustellen.“, so Weickert.

Um dieser Unterversorgung entgegenzuwirken, stellt das Land Niedersachsen allerdings 27,2 Millionen Euro für Vertretungslehrer bereit und richtet unter der Nummer (0511)1207216 eine Hotline zur Unterrichtsversorgung ein, an die sich Schüler, Eltern und Lehrer wenden können. Nach Meinung der Schüler Union ein Schritt in die richtige Richtung. Bildung ist der einzige Rohstoff mit dem man sich auf dem Weltmarkt wirklich behaupten kann. Die desolate Situation ist schließlich die schwerwiegende Hypothek der Vorgängerregierungen.

Neuer Landesvorstand startet durch – Politisches Programm verabschiedet

Der neue Landesvorstand hat sich nach seiner Wahl auf dem 37. Landesdelegiertentag der SU Niedersachsen am 18./19. August neu konstituiert. Im Rahmen einer Klausurtagung diskutierten die Mitglieder des Landesvorstandes über die Grundsätze der Arbeit im nächsten Jahr.

Inhaltlich will der neue Landesvorstand im nächsten Jahr vor allem die Reform des Landesschülerrates vorantreiben. „Hier gilt es, tatsächliche demokratische Strukturen zu schaffen. Der LSR ist das wichtigste Gremium zur Vertretung der Schüler Niedersachsens. Von daher braucht er eine breite Legitimation, um dieser Vertretung gegenüber Elternräten und Landesregierung gerecht zu werden.“, so der Landesvorsitzende der SU Niedersachsen, Michael Weickert.
Weiteres Hauptthema wird die Schulstruktur in Niedersachsen sein. Die SU bleibt bei ihrem klaren Nein zu neuen Gesamtschulen und ihrem klaren Ja zur Erhaltung des gegliederten Schulwesen. „Nur das gegliederte Schulwesen schafft wirkliche Chancengerechtigkeit. Damit es erhalten bleiben kann, ist es allerdings von zwingender Notwendigkeit, den freien Elternwillen abzuschaffen oder zumindest einzuschränken.“, betont der stellvertretende Landesvorsitzende Wüstefeld, der gemeinsam mit Jennifer Maack und Pascal Bothe im nächsten Jahr die inhaltliche Linie der Schüler Union Niedersachsen im Themenbereich Schulstruktur ausarbeiten wird.

Der Landesvorstand beschloss auf dieser Klausurtagung auch ein politisches Programm, welches der „Rote Faden“ für die Arbeit des Landesverbandes im nächsten jahr sein soll. Dieses Programm enthält neben den oben genannten Hauptthemen auch die Zusammenfassung der Forderungen der SU in den Bereichen Frühkindliche Förderung und Integration sowie Eigenverantwortliche Schule.

Verbandsintern ist es das wichtigste Ziel, die SU in mehr Landkreisen zu mobilisieren. Wie bereits angekündigt wird der Landesvorsitzende jeden SU Kreisverband besuchen, womit er aller Vorraussicht nach am 05. September zu Kreismitgliederversammlung der SU Schaumburg in Stadthagen anfangen will.
Weiterhin in ihren Ämtern bestätigt wurden Landesgeschäftsführer Christopher Sauer, BKA-Delegierter Marius Wüstefeld und Webmaster Jens Paßlick.

Michael Weickert übernimmt Vorsitz von Malte Kramer

37.LDT in Hannover 9./10. August 2008

„Nur das gegliederte Schulwesen erhält die Chancengerechtigkeit!“ Mit dieser Kernbotschaft verabschiedete die Schüler Union Niedersachsen auf dem 37. Landesdelegiertentag in Hannover ihren Leitantrag „Schule von Morgen- Elternwille gestern“. Der von Marius Wüstefeld und Michael Weickert formulierte Leitantrag stellte noch einmal deutlich klar, wofür die Schüler Union auch in Zukunft inhaltlich stehen wird. Das gegliederte Schulwesen soll erhalten bleiben, der freie Elternwille hingegen abgeschafft werden.

Rund 50 Teilnehmer kamen an diesem Wochenende nach Hannover um neben den inhaltlichen Beratungen auch einen neuen Landesvorstand zu wählen. Malte Kramer, der die Schüler Union zwei Jahre lang erfolgreich geleitet hat schied nach dem erfolgreichen Abitur altersbedingt aus. In seinem Bericht fasste Kramer die Erfolge seiner Amtszeit zusammen: „Die Schüler Union ist nach wie vor die größte politische Schülerorganisation in Niedersachsen. Und unabhängig von allen Parteien stehen wir weiterhin für die aus unsere Sicht richtige Schulpolitik.“, so Kramer.

Für seine langes Engagement zollten ihm die Delegierten Dank und Respekt in stehenden Ovationen.

Neuer Landesvorsitzender ist der Nienburger Michael Weickert (18), der bereits drei Jahre im Landesvorstand aktiv war. In seiner Rede sprach er sich dafür aus, dass sich die SU in der kommenden Amtszeit verstärkt um die Themen Landesschülerrat und politischen Extremismus kümmern muss. „Es darf nicht sein, dass so Wenige, die von so Wenigen gewählt wurden, für sich beanspruchen im Namen aller Schüler Niedersachsens zu sprechen. Das ist in keiner Weise demokratisch. Daher ist es die Pflicht der Schüler Union hier für eine Reform des LSR zu kämpfen und eine breitere Basis für die Arbeit der Landesschülervertretung zu schaffen.“

Zu seinen Stellvertretern wurden Felix Diekmann-Lange (Cuxhaven) und Marius Wüstefeld (Schaumburg) gewählt. Komplettiert wird der geschäftsführende Landesvorstand durch Landesschatzmeister Jens Heeren (Leer) und Landespressesprecher Lukas Alexander Lübke (Osnabrück). Zu Beisitzern wurden Philipp Augustin (Braunschweig), Pascal Bothe (Goslar), Philipp Heinrichs (Lingen), Kathrin Kandzia (Wesermarsch) und Jennifer Maack (Harburg-Land) gewählt.

Höhepunkt war neben den Vorstandswahlen am Samstag auch die Rede von CDU-Generalsekretär Ulf Thiele. Er bedankte sich bei Malte Kramer für die lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit und machte deutlich, dass es auch für die CDU und die Landesregierung keine Alternative zum gegliederten Schulwesen gibt. Die Schüler Union sei, so Thiele, ein wichtiger Motor in der Entwicklung der Schulpolitik.

Am Sonntag war der Staatssekretär im Kultusministerium, Peter Uhlig zu Gast. Er betonte, dass es für das Kultusministerium in erster Linie darum ginge, die Versäumnisse der Regierungen Schröder, Glogowski und Gabriel aufzuarbeiten. Dazu brauche man Mut zu Reformen, auch wenn es nicht leicht fällt, Lehrkräften und Schülern so viel zuzumuten.

Weiterhin durfte die Schüler Union auch den Bundesvorsitzenden der Schüler Union Deutschlands, Younes Ouaqasse und den stellvertretenden Landesvorsitzenden der JU Niedersachsen Lars-Christoph Quaqill begrüßen, die beide dem neuen Landesvorstand Glück und Erfolg wünschten sowie sich ebenfalls bei Malte Kramer für die langen Jahre guter Zusammenarbeit bedanken.

In seinem Schlußwort appelierte Weickert noch einmal, dass die SU in den nächsten Jahren geschlossen hinter ihren Forderungen stehen müsse, um sie zu verwirklichen. Dabei sei es ebenso wichtig, dass nicht nur der Landesvorstand arbeite, sondern dass auch die Mitglieder in den Kreisverbänden aktiv für die Sache der Schüler Union eintreten. Dann könne, so Weickert, die Schüler Union tatsächlich auch unbequeme Forderungen durchsetzen, wie sich am Beispiel des Schulvorstandes oder der drei beitragsfreien Kindergartenjahre gezeigt habe.

Mit dieser Motivation will der neue Landesvorstand nun durchstarten und aktiv in der Bildungspolitik mitmischen.