„Undurchdachte Politik sollte bestraft werden!”

Hannover. Nach den neuesten Äußerungen des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann zu möglichen Haftstrafen für den Besitz von so genannten Killerspielen reagieren die Jungen Liberalen Niedersachsen und die Schüler Union Niedersachsen mit Empörung.
“Wir halten das gesamte Verbotsverfahren für falsch“, erklären die Landesvorsitzenden der Jungen Liberalen Niedersachsen, Christopher VORWERK und der Schüler Union Niedersachsen (SU), Malte KRAMER.
Auf ihrem letzten Landeskongress hatten die JuLis aus ganz Niedersachsen mit einem Dringlichkeitsantrag einstimmig festgestellt, dass ein Verbot der „Killerspiele“ keine Lösung für mögliche weitere Amokläufe sein könne. Der JuLi-Chef, VORWERK, erklärte dabei: „Für solche Taten gibt es meist eine ganze Kette an Motiven, wie zum Beispiel die Integration in die Schulgemeinschaft, Schwierigkeiten innerhalb der Familie oder berufliche und soziale Perspektivlosigkeit. Ein Verbot von Killerspielen kann keine Lösung sein!“
Die jetzt vom Innenminister Schünemann geforderte Bestrafung wird prompt von der FDP-Nachwuchsorganisation kommentiert. „Es ist doch Wahnsinn, dass Herr Schünemann fordert, die Besitzer von solchen millionenfach verkauften Spielen zu inhaftieren“, erklärt Christopher VOWERK. Dabei kritisieren die Jungen Liberalen vor allem, dass ein Verbot solcher Spiele durch die Verbreitung über das Internet sowieso nicht durchsetzbar und kontrollierbar sei, die Nutzer aber in eine Illegalität gerieten, in der auch Inhalte angeboten würden, die zu Recht verboten seien.
Die Schüler Union Niedersachsen kritisiert das Verbotsverfahren gegen die sogenannten „Killerspiele“ vor allem deswegen, weil die PC-Spiele hier nur als Sündenbock für Fehler der Schule und Gesellschaft benutzt werden. „Durch solch ein Verbot werden die Probleme der Kinder und Jugendlichen nicht beseitigt. Man sollte auf Aufklärung setzen und den Schülerinnen und Schülern mehr Medienkompetenz in der Schule vermitteln.“ so der SU-Landesvorsitzende Malte KRAMER. PC und Internet spielen im Leben der meisten Jugendlichen eine große Rolle, daher ist nach Ansicht der SU die Schule an dieser Stelle gefragt, den Schülerinnen und Schülern Gefahren aufzuzeigen und ihnen den Unterschied zwischen „virtueller PC-Welt“ und Realität nahe zu bringen. Aber auch die Eltern sind in der Verantwortung: Sie müssen den Umgang ihrer Kinder mit dem PC begleiten und kritisch hinterfragen.
„Man muss sich in der nächsten Zeit damit auseinandersetzen, wie man es schaffen kann, auf Kinder aufmerksam zu werden, die Probleme haben und sozial isoliert sind. Wenn man es schafft, diese frühzeitig zu entdecken und ihnen psychologische Hilfe bieten kann, wird man es vielleicht schaffen, Gewalttaten in Zukunft zu verhindern!“ so der SU-Landeschef KRAMER.
„Es ist traurig, dass der Innenminister bei dieser komplexen Problemstellung nur in eine Richtung denkt und dann auch noch solche Strafen androht. Undurchdachte Politik sollte auch bestraft werden“, stellen Christopher VORWERK und Malte KRAMER abschließend fest.