Gäste aus Afghanistan bei Schüler Union – Studenten berichteten aus der afghanischen Lebenswirklichkeit

Zu einer Veranstaltung der ganz besonderen Art hatten der SU-Landesverband und der Kreisverband Hannover Region am 7. April 2005 in die SU-Landesgeschäftsstelle eingeladen. Die beiden Studenten aus Afghanistan, Wafi Gran und Ahmad Waheed, die derzeit ein Praktikum bei Dr. Friedbert Pflüger in Berlin absolvieren, diskutierten 90 Minuten lang mit den Hannoverschen Schülerinnen und Schülern. Die beiden Gäste aus Afghanistan stellten sich vor und erläuterten in einem kurzen Vortrag die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage in Afghanistan. Beide Seiten stellten einander viele Fragen, so dass sich schnell eine lebhafte Diskussion entwickelte.

Die afghanischen Gäste legten den Teilnehmern die Probleme Afghanistans auf dem Weg zur Demokratie nahe, wozu insbesondere die starken regionalen Disparitäten zählen, die das Ziel einer Einigkeit der gesamten afghanischen Bevölkerung schwierig erscheinen lassen. Auch die sogenannten Warlords, die durch florierenden Drogenhandel reich geworden sind und nun Privatarmeen um sich scharen, sind eine permanente Herausforderung für die neue Regierung unter Harmid Karzai. Auf die Frage eines Teilnehmers, ob man die Drogenplantagen nicht einfach zerstören könnte, äußerten die beiden Gäste, dass der Drogenhandel etwa 60% der wirtschaftlichen Kraft Afghanistans ausmache und eine Zerstörung der Plantagen etlichen Menschen die Existenzgrundlage rauben würde.

Wafi Gran und Ahmad Waheed hoben aber auch die bereits erfolgten Demokratisierungsprozesse in Afghanistan hervor, so habe das Land mit Hamid Karzai den ersten demokratisch gewählten Präsidenten seiner Geschichte. Insbesondere im Bereich der Frauenrechte sei eine spürbare Verbesserung eingetreten, mittlerweile sei es normal, dass Mädchen und Frauen Schulen oder Universitäten besuchten. Die beiden afghanischen Studenten äußerten ihre Dankbarkeit gegenüber den Koalitionstruppen für die Befreiung vom Terrorregime der Taliban und hoben die besondere Rolle Deutschlands beim Wiederaufbau Afghanistans hervor.

Der Kreisvorsitzende, Maximilian Oppelt, sprach allen Teilnehmern aus der Seele, als er am Ende der gelungenen Veranstaltung sagte: „Dieser Besuch war sehr interessant, wir haben viel über Afghanistan erfahren und der Dialog mit Menschen aus einer völlig anderen Kultur war sehr erfrischend und lehrreich. Es war eine Ehre und eine große Freude für uns, diese beiden jungen Leute, die das neue demokratische Afghanistan verkörpern, in Hannover empfangen zu dürfen.“ Hannoveraner und Afghanen äußerten ihre gegenseitige Bewunderung und Dankbarkeit füreinander und versicherten via Email in Kontakt zu bleiben. Wafi Gran und Ahmad Waheed kündigten an, bei einem eventuellen Deutschlandbesuch im Jahr 2006 erneut die Schüler Union besuchen zu wollen.

Gäste aus Afghanistan bei Schüler Union – Studenten berichteten aus der afghanischen Lebenswirklichkeit

Das könnte dir auch gefallen