Kongress “Gewalt in der Schule” der Schüler Union Niedersachsen in Hildesheim

Zum Thema “Gewalt in der Schule” fand am 20. März ein Kongress der Schüler Union Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Präventionsrat der Stadt Hildesheim statt. Rund 60 Schülerinnen und Schüler diskutierten im Rathaus der Stadt Hildesheim untereinander und mit profilierten Referenten über Ursachen und Prävention von Gewalttaten an Deutschlands Schulen. Unter anderem stellte die Niedersächsische Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) in ihrer Rede Lösungsansätze aus Sicht der Landesregierung dar. Hauptaufgabe der Landesregierung sei es, für eine bessere Integration von Kindern ausländischer Abstammung zu sorgen. Ein Großteil der Gewalttaten an Schulen werde von Kindern aus Spätaussiedlerfamilien verübt. Mangelnde Integration aufgrund fehlender Sprachkenntnisse und ein Gefühl von Perspektivlosigkeit seien oft die Hauptursache für gewalttätige Auseinandersetzungen in der Schule.

Die Referenten forderten eine bessere Zusammenarbeit zwischen Schulsozialpädagogen, Beratungslehrern und der Polizei. Der Kriminologe Prof. Dr. Hans-Dieter Schwind machte jedoch deutlich, dass die Probleme der “no-future-kids” oftmals bereits mit der mangelnden Integration ihrer Eltern begannen. Dadurch entstehe eine Art Teufelskreis und die Kindergeneration sähe für sich selbst keine Zukunft mehr. Diese Kinder und Jugendlichen würden häufig mit dem Gefühl leben, weder gebraucht noch gewollt zu sein.

Der Vorsitzende des Präventionsrats der Stadt Hildesheim, Dr. Konrad Deufel, forderte die Bundesregierung dazu auf, für neue Bestimmungen beim Einwanderungsgesetz zu sorgen. Er betonte mehrfach, dass Kenntnisse der deutschen Sprache Grundlage für das Gelingen einer Integration sei. Diese sollten bereits vor der Einreise in ein Land vorhanden sein. Im Anschluss an eine Podiumsdiskussion mit den Referenten wurde das Konzept der Mediation als mögliche Lösung für Konflikte an Schulen vorgestellt. Dieses Konzept beinhaltet, das Schülerschlichter sich mit den Konfliktparteien über mögliche Auswege aus der Gewalt unterhalten und Wege der Einigung entwickeln und vorschlagen.

Zusammenfassend wurde im Rahmen der Tagung deutlich, dass die Probleme von Integration und Gewalt an Schulen eng verbunden sind, und alle Beteiligten an Schulen, in den Kommunen und Behörden sowie in der Politik auf Länder- und auf Bundesebene ein hohes Maß an Einsatz, Toleranz aber auch konkreter Unterstützung und Hilfe aufbringen müssen, um die absehbaren Probleme zu bewältigen.

Kongress “Gewalt in der Schule” der Schüler Union Niedersachsen in Hildesheim

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